2026-08-11 · Aktualisiert am 2026-08-14
Hochseilgarten Österreich: der Überblick
Alle Hochseilgärten und Kletterparks in Österreich nach Bundesland – mit Preisen, Höhen und dem Unterschied zwischen Publikumspark und Teamtraining.

In Österreich sind in diesem Verzeichnis 79 Hochseilgärten, Kletterparks und Waldseilparks erfasst, dazu zwölf in Slowenien. Sie reichen von der pädagogisch geführten Anlage mit zwei Dutzend Stationen bis zum Großbetrieb mit 22 Parcours. Dieser Beitrag ordnet das Feld: woher der Begriff kommt, welche Anlagen wo stehen, was sie kosten – und woran man erkennt, welche Art Hochseilgarten man vor sich hat.
Woher der Hochseilgarten kommt
Die ersten Hochseilgärten entstanden nicht als Ausflugsziel, sondern als pädagogisches Werkzeug. In den 1970er- und 1980er-Jahren übernahmen Schulen, Jugendarbeit und später Unternehmen ein Konzept aus der Outdoor-Erziehung: Wer in acht Metern Höhe über einen schwankenden Balken geht, erlebt die eigene Grenze unmittelbar – und die Rolle der Gruppe, die unten sichert und zuruft.
Daraus stammt der zweite Wortteil: „Garten" meint eine angelegte, überschaubare Umgebung, in der Erfahrungen gezielt möglich gemacht werden.
Erst später kam der Freizeitbetrieb dazu. Heute steht auf vielen Anlagen „Hochseilgarten", die faktisch als Publikumspark funktionieren – man löst ein Ticket und klettert selbstständig los. Wie das abläuft, steht im Beitrag über den Kletterpark.
Hochseilgärten in Österreich nach Bundesland
Die Verteilung folgt dem Tourismus, nicht der Einwohnerzahl: Tirol hat mehr als sechsmal so viele Anlagen wie Vorarlberg. Der Preis in der Tabelle ist der Median des Erwachsenentickets in den Anlagen des jeweiligen Bundeslandes, für die uns ein Preis vorliegt.
| Bundesland | Anlagen | Erwachsene (Median) | Eine bekannte Anlage |
|---|---|---|---|
| Tirol | 21 | 29,50 € | Kletterpark Schlossberg Lienz |
| Steiermark | 13 | 30 € | Abenteuerpark Gröbming |
| Kärnten | 12 | 29 € | Adventurepark Gerlitzen |
| Niederösterreich | 8 | 31,50 € | Kletterpark Wartmannstetten |
| Oberösterreich | 8 | 30 € | Hochseilgarten Hinterstoder |
| Salzburg | 8 | 29 € | Hochseilpark Saalbach-Hinterglemm |
| Burgenland | 3 | 25 € | Hochseilgarten Stegerspark |
| Vorarlberg | 3 | 29 € | Waldseilpark Golm |
| Wien | 3 | 34,50 € | Waldseilpark Kahlenberg |
Zwei Einschränkungen zu dieser Tabelle. In Wien sind von den drei erfassten Anlagen nur noch zwei in Betrieb – der Hochseilgarten Donauinsel besteht nicht mehr, der Betreiber führt heute den Gänsehäufel. Und der Hochseilpark Böhmerwald, sonst der größte Oberösterreichs, bleibt 2026 nach Angaben des Betreibers wegen Umbauarbeiten geschlossen. Prüfen Sie vor jeder Anfahrt den Stand beim Betreiber – der Link steht auf jeder Detailseite.
Die auffälligsten Anlagen des Landes
- Der größte: Abenteuerpark Gröbming in der Steiermark – 22 Parcours, rund 200 Stationen, über 2.000 Meter Kletterstrecke auf 20.000 m².
- Der höchste Punkt: Der Hochseilpark Nockberge in Kärnten führt bis in 27 Meter, ebenso hoch ist der Kletterturm der AREA 47 in Tirol. Die meisten Anlagen enden bei 15 bis 18 Metern.
- Die meisten Seilrutschen: Adventurepark Gerlitzen mit 31 Flying Foxes, dicht gefolgt vom Wiener Gänsehäufel mit 26.
- Der vielseitigste für Familien: Kletterpark Schlossberg Lienz – 18 Parcours, rund 200 Elemente, Kinder klettern schon ab zwei Jahren in Bodennähe.
- Der am besten erreichbare: Waldseilpark Kahlenberg liegt innerhalb der Wiener Stadtgrenze und ist mit den Öffis erreichbar – 15 Parcours, teils in 20 Metern Baumhöhe.
Wer nach der reinen Größe sucht, findet mehr davon im Beitrag Die größten Kletterparks Österreichs.
Woran man einen pädagogisch geführten Hochseilgarten erkennt
Wenn ein Betrieb noch in der ursprünglichen Tradition arbeitet, sieht man das an mehreren Punkten:
- Anmeldung statt Tageskasse. Termine nach Vereinbarung, oft nur für Gruppen.
- Trainerbegleitung. Jemand geht mit, statt nur einzuschulen und zuzusehen.
- Reflexion. Die Übung ist nicht das Ziel, sondern der Anlass zum Gespräch danach.
- Niederseilelemente. Aufgaben knapp über dem Boden, bei denen die Gruppe gemeinsam eine Lösung finden muss – ganz ohne Gurt.
In Österreich arbeiten mehrere Anlagen so. Der Hochseilgarten Puchberg am Fuß des Schneebergs etwa richtet sich an Firmen, Lehrlingsgruppen und Schulklassen, nicht an spontane Familienbesuche. Auch der Hochseilgarten am See im Mostviertel öffnet für Gruppen nach telefonischer Vereinbarung und bringt seine mobilen Elemente auf Wunsch sogar zum Kunden.
Der Hochseilgarten OeAV-Zentrum Mauthen im Gailtal gehört zum Alpenverein und wird überwiegend für Kurse genutzt, der Hochseilgarten Schloss Retzhof in der Südsteiermark ist Teil eines Bildungshauses – und barrierefrei zugänglich.
Was ein Teamtraining vom Ausflug unterscheidet
Beim Freizeitbesuch wählt jeder seinen Parcours und geht ihn für sich. Beim Teamtraining gibt der Trainer Aufgaben vor, die man allein nicht lösen kann: eine Plattform, auf der alle Platz finden müssen; ein Übergang, bei dem einer die Hand des anderen braucht.
Das Klettern ist dabei Mittel, nicht Zweck. Deshalb dauern solche Programme meist einen halben oder ganzen Tag und kosten pro Person mehr als ein Ticket – dafür bekommt man Betreuung, nicht nur Zugang.
Für Firmen und Schulen ist noch etwas anderes wichtig: Das Betreuungsverhältnis ist geregelt, und die Trainer sind für die Zielgruppe ausgebildet. Wer eine Schulklasse anmeldet, sollte danach fragen.
Sicherheit: Norm, Prüfung, Sicherungssystem
Hochseilgärten in Österreich werden nach der europäischen Norm EN 15567 gebaut und betrieben: Teil 1 regelt die Konstruktion, Teil 2 den Betrieb samt wiederkehrender Prüfung durch Sachkundige. Der Waldseilpark Tscheppaschlucht nennt sie ausdrücklich, die meisten anderen setzen sie stillschweigend voraus.
Praktisch wichtiger als die Norm ist das Sicherungssystem. Anlagen mit durchgehender Sicherung – SafetyLine, Safety-Line, Speedrunner – lassen ein Aushängen gar nicht zu: einmal einhängen, bis zum Ende des Parcours eingehängt bleiben. Der Kletterpark Schöckl bewirbt das ausdrücklich als höchste Sicherheitsstufe der Norm. Ältere Anlagen arbeiten mit zwei Karabinern zum Umhängen, moderne Varianten davon (Smart Belay) blockieren das gleichzeitige Öffnen mechanisch.
Für Eltern ist das der wichtigste Punkt bei der Anlagenwahl – wichtiger als Höhe, Parcourszahl und Preis.
Höhe ist kein Qualitätsmerkmal
Weil im Wort „hoch" steckt, wird die Höhe leicht überbewertet. Fürs Erlebnis ist sie zweitrangig: Auf acht Metern fühlt sich ein schwankender Balken kaum anders an als auf sechzehn – der Bauch entscheidet das, nicht das Maßband.
Wichtiger ist die Bandbreite. Anlagen wie der Waldseilgarten Natrun mit sieben Parcours von ein bis 16 Metern oder der Hochseilgarten Stegerspark im Burgenland mit Elementen zwischen einem und 23 Metern lassen jeden dort einsteigen, wo er sich wohlfühlt.
Saison und Preise
Die Saison folgt dem Wetter: Die meisten österreichischen Anlagen starten im Mai – einige schon im April – und schließen im Oktober. In den Randmonaten ist oft nur am Wochenende geöffnet, täglicher Betrieb ist meist auf Juli und August beschränkt.
Beim Preis liegt der Median über alle österreichischen Anlagen bei 29 € für Erwachsene und 19 € für Kinder. Die Spanne ist groß: 13 € im Waldkletterweg Faistenau, 54 € im Waldseilpark Pfunds. Teuer wird es vor allem dort, wo eine Bergbahn oder ein Erlebnisticket dranhängt – am Golm etwa kostet das Kombiticket mit Bahn, Coaster und Rutschenpark 62 €.
Und wenn man einfach klettern will?
Dann ist ein Publikumspark die richtige Wahl – und das sind die allermeisten der 91 Anlagen in unserem Verzeichnis. Auf der Startseite lassen sie sich nach Region, Alter des Kindes und Öffnungstag filtern.
Häufige Fragen zum Hochseilgarten
Wie viele Hochseilgärten gibt es in Österreich?
In diesem Verzeichnis sind 79 Anlagen in Österreich erfasst, dazu zwölf in Slowenien. Die meisten stehen in Tirol (21), der Steiermark (13) und Kärnten (12). Eine amtliche Gesamtzahl gibt es nicht, weil kleine Vereins- und Schulanlagen nirgends zentral registriert sind.
Was ist der Unterschied zwischen Hochseilgarten und Kletterpark?
Sprachlich meist keiner. Historisch kommt der Hochseilgarten aus der Erlebnispädagogik: Trainer, Gruppen, Reflexion nach der Übung. Der Kletterpark ist ein Publikumsbetrieb mit Tageskasse, in dem man nach einer Einschulung selbstständig klettert. Viele Anlagen tragen den älteren Namen und arbeiten längst als Publikumspark.
Was kostet ein Hochseilgarten in Österreich?
Im Mittel 29 € für Erwachsene und 19 € für Kinder. Günstige Anlagen beginnen bei 13 €, die teuersten verlangen bis zu 54 €. Ausrüstung – Gurt, Helm, Sicherungsset – ist fast immer inbegriffen, Bergbahn und Handschuhe oft nicht.
Ab wann hat ein Hochseilgarten offen?
Die meisten österreichischen Anlagen öffnen im Mai und schließen im Oktober, im Frühjahr und Herbst häufig nur am Wochenende. Einzelne Anlagen haben eine deutlich kürzere Saison, etwa der Kletterpark Piber mit Anfang Juli bis Mitte September.
Eignet sich ein Hochseilgarten für einen Firmenausflug?
Ja – aber nicht jeder. Für ein echtes Teamtraining braucht es eine Anlage mit ausgebildeten Trainern, Niederseilelementen und Zeit für die Reflexion danach, wie in Puchberg, Mauthen oder am Retzhof. Ein Publikumspark eignet sich für den geselligen Ausflug, nicht für die Teamentwicklung.
Wie sicher ist ein Hochseilgarten?
Gebaut und geprüft wird nach EN 15567, dazu kommt in vielen Anlagen eine durchgehende Sicherung, bei der man sich technisch nicht aushängen kann. Das größte Restrisiko ist nicht der Absturz, sondern Überschätzung: Wer auf einem zu schweren Parcours die Kraft verliert, hängt fest und muss geborgen werden. Deshalb steigt man unten ein und arbeitet sich hoch.