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Zipline Österreich: Anlagen und Preise

Wo es in Österreich Ziplines und Flying Foxes gibt – von 2,5 km am Stoderzinken bis zur Parkrutsche, mit Preisen, Gewichts- und Größengrenzen.

Für viele ist die Zipline der eigentliche Grund, in einen Kletterpark zu fahren: einhängen, Füße heben – der Rest passiert von selbst. In Österreich gibt es sie in zwei sehr verschiedenen Formen, und wer die verwechselt, steht am Ende vor der falschen Kasse. Dieser Beitrag ordnet beide, nennt die Längen, Preise und – wichtiger, als die meisten denken – die Gewichtsgrenzen.

Zipline, Flying Fox, Seilrutsche: dasselbe?

Ja. Die Sache ist immer gleich: ein gespanntes Stahlseil zwischen zwei Punkten, eine Rolle, ein Gurt, die Schwerkraft. Nur die Wörter unterscheiden sich.

  • Flying Fox ist in Österreich und Deutschland der gebräuchlichste Ausdruck, vor allem für die Seilrutschen innerhalb eines Kletterparks.
  • Zipline ist der internationale Begriff, der sich für die großen, eigenständigen Anlagen durchgesetzt hat.
  • Seilrutsche ist die schlichte deutsche Übersetzung, Seil-Gleitfluganlage die technische.

Ein Bedeutungsunterschied lässt sich daraus nicht ableiten – wohl aber eine Faustregel: Steht „Zipline" auf dem Schild, ist die Anlage meist lang und einzeln buchbar; steht „Flying Fox" dran, gehört sie in der Regel zu einem Kletterparcours.

Zwei Typen – und der Unterschied ist entscheidend

Typ 1: die Seilrutsche im Kletterpark. Sie ist eine Station unter vielen, meist am Ende eines Parcours. Man zahlt das normale Kletterticket, es gibt keine eigene Anfahrt, und die Länge liegt zwischen 40 und 300 Metern. Wer die Zipline will, muss dorthin klettern.

Typ 2: die eigenständige Zipline. Sie ist keine Kletteranlage: Man wird angegurtet, in die Startposition gebracht und fliegt. Kraft braucht es keine – deshalb ist sie genau für die Leute interessant, die an den Übungen eines Kletterparks scheitern würden. Dafür sind die Gewichts- und Größengrenzen strenger, und es gibt keine leichtere Variante, wenn es doch nicht passt.

Zwei österreichische Anlagen sind reine Ziplines: die Zipline Stoderzinken in der Steiermark und der GipfelLiner Königsleiten in Salzburg. Der Hochseilpark Nockberge in Kärnten liegt dazwischen: Dort lassen sich die beiden 300-Meter-Bahnen für 20 € auch ohne Parcours fliegen.

Die längsten Ziplines Österreichs

AnlageLandLängeBesonderheit
Zipline StoderzinkenSteiermark2.500 mZwei Sektionen, 65–115 km/h, bis 161 m über Grund
Kletterwald HornparkTirol530 mFlying-Fox-Parcours über den See
GipfelLiner KönigsleitenSalzburg430 mStart auf 2.300 m, 65 Höhenmeter
AREA 47Tirol400 mAm 27 m hohen Kletterturm, ab 12 Jahren
Kletterpark PiberSteiermark300 mMit Zwischenplattformen, in Etappen
Waldseilpark TscheppaschluchtKärnten300 mÜber die Schlucht
Hochseilpark NockbergeKärnten2 × 300 mEinzeln buchbar, ohne Klettern
Abenteuerpark Zillertal KaltenbachTirol180 mÜber die Schlucht, im Extrem-Parcours
ACS Alpincenter FlachauwinklSalzburg150 mQuer über den Winkler Badesee
Natur-Hochseilgarten KramsachTirol150 mDanach ein Sprung aus 17 Metern
Hochseilgarten Zillertal FinkenbergTirol3 × 120 mÜber die Zemmschlucht
Kaolinum HochseilgartenOberösterreich120 mStart aus zwölf Metern
Kletterwald Tannheimer TalTirol> 100 mIn bis zu 25 Metern Höhe
Waldseilpark PfundsTirol100 mÜber den Inn, zurück zu Fuß
Hochseilgarten GroßramingOberösterreichbis 100 mNeun Flying Foxes im Ennstal

Nicht die Länge, sondern die Menge ist das Argument mancher Anlagen: Der Adventurepark Gerlitzen in Kärnten hat 31 Flying Foxes, der Hochseilklettergarten Gänsehäufel in Wien 26 – dort wechselt man häufiger fliegend als kletternd den Baum. Eine ausführlichere Rangliste steht im Beitrag Flying Fox und Zipline – die längsten Seilrutschen Österreichs.

Wer über die Grenze schaut: Der Soča Fun Park in Slowenien betreibt eine 550 Meter lange Zipline in beide Richtungen für 15 €, der Družinski park Stari Vrh kommt auf 1.200 Meter Zipline insgesamt, die längste Einzelbahn misst 250 Meter.

Gewicht und Größe: die Grenzen, an denen es scheitert

Beim Klettern entscheidet meist die Körpergröße, bei der Zipline das Gewicht – und zwar nach unten wie nach oben. Zu leicht bedeutet: Man bleibt in der Mitte der Bahn hängen und muss geborgen werden. Zu schwer bedeutet: Die Bremse ist nicht ausgelegt.

AnlageGrenzen
Zipline Stoderzinkenab 8 Jahren, Startgewicht 30–125 kg, unter 14 in Begleitung
GipfelLiner Königsleitenab 140 cm, Startgewicht 50–110 kg
Kletterwald HornparkFlying Fox 40–90 kg, allgemein max. 120 kg
Hochseilgarten HinterstoderFlying Fox über die Steyr ab 40 kg
Soča Fun Park (SI)Startgewicht 25–125 kg

Die praktische Konsequenz: Ein durchschnittliches Kind mit acht Jahren wiegt rund 25 bis 30 Kilo und erreicht damit an vielen Anlagen die Untergrenze nicht. Am GipfelLiner sind es sogar 50 kg – für Volksschulkinder ist er schlicht nichts. Wer mit Kindern fährt, klärt das vor der Anreise, nicht an der Kasse.

Was eine Zipline kostet

Bei Typ 1 ist die Seilrutsche im Ticket enthalten – der Median für einen österreichischen Kletterpark liegt bei 29 € für Erwachsene und 19 € für Kinder. Eigenständige Ziplines rechnen anders ab:

AnlageErwachseneKinder
GipfelLiner Königsleiten17 €8,50 €
Hochseilpark Nockberge, nur Flying Fox20 €20 €
AREA 47, Flying Foxab 31 €ab 26 €
Zipline Stoderzinken42 €27 € (bis 15 Jahre)

Beim Stoderzinken ist der Shuttle zum Startpunkt eingerechnet – bei Anlagen am Berg ist das keine Selbstverständlichkeit, dort kommt oft die Bergbahn dazu. In den Nockbergen kostet der Flying Fox als Aufpreis zum Kletterticket nur 10 €.

Wie ein Zipline-Flug abläuft

  1. Wiegen und anmelden. Bei den großen Anlagen wird tatsächlich gewogen, nicht geschätzt.
  2. Gurt und Helm. Ein Ganzkörper- oder Sitzgurt, dazu meist Handschuhe.
  3. Einweisung. Körperhaltung, Bremsverhalten, Landung. Das dauert bei einer reinen Zipline nur wenige Minuten – im Kletterpark ist es Teil der allgemeinen Einschulung.
  4. Start. Man wird eingehängt, setzt sich ins Seil und hebt die Füße. Aktives Abspringen ist bei den meisten Anlagen ausdrücklich unerwünscht.
  5. Landung. Große Anlagen bremsen automatisch mit einer Wirbelstrom- oder Federbremse; kleinere arbeiten mit einem Gegenanstieg, der einen von selbst ausrollen lässt. Wo man mit der behandschuhten Hand selbst bremst, wird das in der Einschulung genau gezeigt – bitte nur so und nirgends anders greifen.

Der Flug selbst dauert kürzer, als man denkt: Selbst die 2,5 Kilometer am Stoderzinken sind bei 65 bis 115 km/h in wenigen Minuten vorbei.

Saison, Wetter und Wind

Ziplines sind Sommerbetriebe wie die Kletterparks: Die meisten Anlagen laufen von Mai bis Oktober. Die Zipline Stoderzinken fährt 2026 von 14. Mai bis 1. November, der GipfelLiner nur von 27. Juni bis 6. September – die Betriebstage wechseln je nach Zeitraum.

Der Faktor, den man bei Ziplines zusätzlich einplanen muss, ist Wind. Seitenwind verändert die Fluglinie und das Bremsverhalten, deshalb stellen exponierte Anlagen bei Böen den Betrieb ein, auch wenn die Sonne scheint. Bei Gewitter wird ohnehin geräumt. Vor einer weiten Anfahrt lohnt der Anruf am selben Morgen.

Ziplines nach Bundesland finden

Die meisten Seilrutschen hängen dort, wo auch die meisten Kletterparks stehen:

Tirol · Steiermark · Kärnten · Salzburg · Oberösterreich · Niederösterreich · Vorarlberg · Burgenland · Wien

Auf jeder Detailseite dieses Verzeichnisses stehen Länge und Besonderheiten der Seilrutschen, soweit der Betreiber sie angibt, dazu Koordinaten, Karte und der direkte Link zum Betreiber.

Häufige Fragen zur Zipline

Wo ist die längste Zipline Österreichs?

Am Stoderzinken in der Steiermark: 2,5 Kilometer in zwei Sektionen, bis zu 161 Meter über dem Boden und mit 65 bis 115 km/h. Der Betreiber – derselbe wie beim Abenteuerpark Gröbming im Tal – bezeichnet sie als größte Seil-Gleitfluganlage der Alpen.

Was kostet eine Zipline in Österreich?

Eigenständige Ziplines kosten zwischen 17 € und 42 € für Erwachsene. Innerhalb eines Kletterparks ist die Seilrutsche im Ticket enthalten, das im Mittel 29 € kostet. Aufpreise für einzelne Mega-Flying-Foxes liegen bei etwa 10 € bis 20 €.

Ab welchem Alter darf man auf eine Zipline?

Meist ab acht Jahren, bei einigen Anlagen ab zwölf. Wichtiger als das Alter ist das Gewicht: Viele Ziplines verlangen 30 bis 40 kg Startgewicht, der GipfelLiner Königsleiten sogar 50 kg. Kleine Kinder fliegen nur auf den kurzen Flying Foxes innerhalb von Kletterparks mit.

Gibt es ein Höchstgewicht für Ziplines?

Ja, üblich sind 110 bis 125 kg. Am Stoderzinken liegt die Grenze bei 125 kg, am GipfelLiner bei 110 kg, im Kletterwald Hornpark bei 90 kg für den Flying Fox und 120 kg allgemein. Die Grenze ergibt sich aus der Auslegung der Bremse und ist nicht verhandelbar.

Wie schnell ist eine Zipline?

Kurze Flying Foxes im Kletterpark erreichen 20 bis 40 km/h. Die großen Anlagen fliegen deutlich schneller: Am Stoderzinken sind 65 bis 115 km/h angegeben. Die gefühlte Geschwindigkeit hängt stark davon ab, wie nahe der Boden ist – über dem Wald wirkt langsamer schneller als hoch über dem Tal.

Braucht man für eine Zipline Kraft oder Erfahrung?

Nein. Man hängt im Gurt, die Schwerkraft macht den Rest – das ist der Grund, warum Ziplines auch für Menschen funktionieren, die sich einen ganzen Kletterparcours nicht zutrauen. Nötig sind nur Startgewicht, feste Schuhe und die Bereitschaft, sich fallen zu lassen.

Fährt eine Zipline auch bei Regen?

Leichter Regen ist meist kein Hindernis, Gewitter und starker Wind schon. Exponierte Anlagen am Berg stellen bei Böen den Betrieb ein, weil Seitenwind die Fluglinie verändert. Ein Anruf am Morgen der Anfahrt spart die Enttäuschung.

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